Schreibblockaden – und warum sie völlig normal sind

Kennst du das?

Du sitzt vor dem Laptop, der Cursor blinkt – und dein Kopf ist völlig leer. Oder du quälst dich durch jedes einzelne Wort und hast das Gefühl, durch einen zähen Sumpf zu waten.

Es gibt Tage, an denen fehlt einfach die Motivation. Oder die Idee. Oder beides. Vielleicht schreibst du die ersten Sätze und findest sie furchtbar.

Das kommt vor.

Und es gehört zum Schreiben dazu.

Früher oder später erlebt jeder Autor solche Phasen. Einfach werden sie dadurch zwar nicht, aber sie bedeuten keineswegs, dass du plötzlich nicht mehr schreiben kannst.

Meine Strategien an schlechten Schreibtagen

An solchen Tagen versuche ich vor allem, meine Motivation nicht aus den Augen zu verlieren.

Ich erwarte dann gar nicht erst, perfekte Sätze zu schreiben. Rechtschreibung, Formulierungen oder stilistische Feinheiten interessieren mich in diesem Moment kaum. Dafür ist die Überarbeitung später da.

Stattdessen beschäftige ich mich einfach weiter mit meiner Geschichte.

Manchmal hilft mir Worldbuilding dabei, wieder in die Welt einzutauchen. Während ich an Orten, Kulturen oder Figuren arbeite, entstehen oft ganz nebenbei neue Ideen. Vielleicht für ein späteres Kapitel. Eine Szene, auf die ich mich plötzlich freue. Oder ein Dialog, der unbedingt geschrieben werden möchte.

Dann schreibe ich einfach los.

Es darf unvollständig sein. Es dürfen Lücken entstehen. Hauptsache, ich bleibe in Bewegung.

Wenn die Geschichte selbst bremst

Mit der Zeit habe ich außerdem gelernt, dass eine Schreibblockade manchmal gar nicht das eigentliche Problem ist.

Oft versucht sie mir etwas zu sagen.

Wenn ich an einer Stelle überhaupt nicht mehr weiterkomme, schaue ich mir die letzten Kapitel noch einmal genauer an. Häufig entdecke ich dabei, dass irgendwo etwas nicht stimmt. Vielleicht passt eine Figur nicht mehr zur Geschichte. Vielleicht fühlt sich ein Handlungsstrang falsch an oder eine Entscheidung funktioniert einfach nicht.

Das bedeutet manchmal, dass ich einiges umschreiben muss.

Doch erstaunlich oft verschwindet die Schreibblockade genau in dem Moment, in dem ich dieses Problem gelöst habe.

Hilfe von außen

Wenn ich allein nicht weiterkomme, hilft manchmal auch ein Gespräch.

Ein Schreibpartner oder eine vertraute Person sieht die Geschichte oft mit ganz anderen Augen. Allein das Aussprechen des Problems bringt einen manchmal schon auf die richtige Idee.

Über das Thema Schreibpartner werde ich übrigens noch einen eigenen Blogartikel schreiben.

Wenn ein ganzes Buchprojekt ins Stocken gerät

Schwieriger wird es, wenn nicht nur ein Kapitel hakt, sondern das gesamte Projekt.

Auch das habe ich schon erlebt.

Gleich zweimal war ich voller Begeisterung gestartet. Ich habe wochenlang Recherchematerial zusammengetragen, Welten erschaffen, Figuren entwickelt und etliche Kapitel geschrieben. Und irgendwann ging plötzlich gar nichts mehr.

Damals hat mich das ziemlich verunsichert.

Ich habe an meinen Fähigkeiten gezweifelt und mich gefragt, ob mir die Ideen ausgegangen sind. Ob ich vielleicht einfach keine guten Geschichten mehr schreiben konnte.

Heute weiß ich, dass diese Gedanken ganz normal sind.

Mit etwas Abstand habe ich bei beiden Projekten erkannt, woran es lag. Ich habe sie nicht gelöscht, sondern erst einmal beiseitegelegt.

Vielleicht werde ich eines Tages zu ihnen zurückkehren. Vielleicht auch nie. Und das ist in Ordnung.

Ich sehe diese Zeit heute nicht als Scheitern, sondern als Teil meines Weges als Autorin. Jedes Manuskript lehrt mich etwas Neues – selbst dann, wenn es nie veröffentlicht wird.

Das Schönste daran?

Nachdem ich diese Projekte losgelassen hatte und mir bewusst eine Pause gönnen wollte, kam plötzlich eine neue Idee.

Aus genau dieser Idee sind inzwischen drei veröffentlichte Bücher entstanden.

Das Wichtigste

Wenn du an einem Tag kaum etwas schaffst, ist das völlig in Ordnung.

Manchmal fehlt einfach die Energie. Manchmal ist der Kopf mit anderen Dingen beschäftigt. Und manchmal braucht Kreativität schlicht eine Pause.

Versuche deshalb, dich an solchen Tagen nicht unter Druck zu setzen.

Nicht jeder Tag muss produktiv sein. Oft ist gerade eine Pause das, was wir brauchen, damit am nächsten Morgen wieder neue Ideen entstehen können.